Antarktis

Reiseführer · Ozeanien

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Überblick

Die Antarktis ist der kälteste und trockenste Ort der Erde: ein Kontinent aus Eis, Gletschern und Pinguinkolonien, erreichbar per Expeditionsschiff oder Charterflug im kurzen Sommer von November bis Februar.

Die Antarktis umgibt den Südpol und ist fast vollständig von einem dauerhaften Eisschild bedeckt, der im Landesinneren 2 bis 3 km dick ist. Sie gehört keinem Staat: Ein internationales Vertragssystem verwaltet sie als wissenschaftliches Schutzgebiet, und die einzigen Menschen hier sind im Sommer einige tausend Mitarbeitende von rund vier Dutzend Forschungsstationen, im Winter viel weniger.

Tourismus gibt es nur in der Sommersaison und praktisch nur auf der Antarktischen Halbinsel, den nahen Inseln und im Rossmeer. Die meisten kommen mit einer Expeditionskreuzfahrt, meist ab Ushuaia in Argentinien, und gehen mit Schlauchbooten an Land, um Pinguine, Robben, Wale, Gletscher und riesige Eisberge zu sehen. Die Reisen sind teuer und körperlich anstrengend, und alles hängt vom Wetter ab; an Land gibt es weder Hotels noch touristische Dienste.

  • Pinguinkolonien: Adélie-, Esels-, Zügel- und Kaiserpinguine entlang der Küste.
  • Lemaire-Kanal: Ein schmaler Kanal zwischen Felswänden und hoch aufragendem Eis auf der Halbinsel.
  • Deception Island: Eine überflutete Vulkancaldera mit heißen Quellen und alten Ruinen aus der Walfangzeit.
  • Port Lockroy: Eine ehemalige britische Station, heute ein Museum mit Postamt.
  • Wale und Robben: Buckelwale, Zwergwale und Orcas; Weddellrobben, Krabbenfresser und Seeleoparden.
  • Der Südpol: Nur mit Spezialflügen von wenigen Camps im Landesinneren erreichbar.

Sehenswerte Orte

  • Küste
  • Insel
  • Berge
  • Historische Stätte
  • Gegend

Abseits der Städte

  • Antarktische Halbinsel (gegend): Der meistbesuchte Teil des Kontinents, mit milderem Klima, offenem Wasser im Sommer und den meisten Anlandungen der Kreuzfahrten.
  • Lemaire-Kanal (küste): Eine 1,6 km breite Passage zwischen Felswänden und Eis, oft mit Walen; manchmal blockieren Eisberge die Durchfahrt.
  • Port Lockroy (historische stätte): Die alte britische Hauptstation, heute ein Museum, in dem du eine Karte aufgeben kannst.
  • Deception Island (insel): Ein aktiver Vulkan in den Südlichen Shetlandinseln: Die Schiffe fahren durch Neptune's Bellows in die überflutete Caldera.
  • King George Island (insel): Hier liegt die Landebahn von Villa Las Estrellas, der übliche Umsteigepunkt für Fly-Cruises ab Punta Arenas.
  • Danger Islands (insel): An der Spitze der Halbinsel, mit der größten bekannten Kolonie von Adéliepinguinen.
  • Ross-Insel (insel): Historische Basis für Expeditionen zum Pol, mit den Hütten der Entdecker, der McMurdo-Station und dem Mount Erebus.
  • Mount Erebus (berge): Ein 3.794 m hoher aktiver Vulkan mit einem Lavasee im Gipfelkrater.
  • Vinson-Massiv (berge): Der höchste Berg der Antarktis, 4.892 m, bestiegen vom Camp am Union Glacier aus.
  • Südpol (historische stätte): Eine große Forschungsstation auf 2.835 m auf dem Polarplateau; so weit im Landesinneren leben keine Tiere.

Regionen

  • Antarktische Halbinsel
  • Inseln des Südlichen Ozeans
  • Ostantarktis
  • Westantarktis
  • Rossmeer
  • Südpol

Aktivitäten

Sehen

  • Pinguine an Land beobachten Antarktische Halbinsel: Bei Anlandungen in der Nähe der Kolonien markiert eine Reihe von Kegeln die Grenze, die du nicht überschreiten darfst, damit die Vögel nicht gestört werden.
  • Durch den Lemaire-Kanal fahren Lemaire-Kanal: Ruhiges Wasser, Wale und Eiswände auf einer der klassischen Routen der Halbinsel.
  • Mitternachtssonne: Innerhalb des südlichen Polarkreises geht die Sonne im Hochsommer nicht unter; der größte Teil der Halbinsel liegt nördlich davon.
  • Südlicht: Nur bei völliger Dunkelheit sichtbar, also nicht im Hochsommer: Die besten Chancen hast du auf der Rückfahrt.

Erleben

  • In einem Vulkan baden Deception Island: Heiße Thermalquellen in der Caldera, neben einer Kolonie von Zügelpinguinen und den Ruinen einer alten Walfangstation.
  • Mit dem Zodiac durchs Eis: Kleine Schlauchboote bringen dich nah an Eisberge und Eisschollen; etwa ein Drittel der Anlandungen fällt wegen des Wetters aus.
  • Eine Postkarte schicken Port Lockroy: Ungewöhnliche Poststempel aus Port Lockroy, Villa Las Estrellas oder McMurdo.
  • Den Mount Vinson besteigen Vinson-Massiv: Der höchste Gipfel des Kontinents, für erfahrene Bergsteiger auf organisierten Expeditionen.
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Unterwegs vor Ort

An Land bewegt man sich mit Skiern, Schneemobilen, Kettenfahrzeugen, Hubschraubern und Skiflugzeugen, die alle von Stationen oder Expeditionsfirmen betrieben werden. Kreuzfahrtgäste fahren in Zodiacs (motorisierten Schlauchbooten) zwischen Schiff und Ufer und müssen den Anweisungen der Crew folgen. Wer auf eigene Faust reist, muss sich vollständig selbst versorgen können: Die Forschungsstationen können Touristen nicht helfen.

Unterkunft

Es gibt weder Hotels noch Lodges, und die Forschungsstationen nehmen keine Touristen auf. Die meisten schlafen in ihrer Kabine an Bord; Reisen ins Landesinnere zum Südpol oder zum Mount Vinson nutzen saisonale Camps der Expeditionsfirmen. Innerhalb des südlichen Polarkreises ist es im Sommer 24 Stunden hell, versuch also, regelmäßige Schlafzeiten einzuhalten.

Essen und Trinken

Kreuzfahrtgäste essen an Bord, wo das größte Risiko das Buffet ist. An Land und auf Expeditionen muss das Essen mitgebracht werden, kompakt und energiereich, weil Flüssigkeiten gefrieren. Iss, berühre oder füttere niemals Tiere, ob lebendig oder tot: Der Antarktis-Vertrag verbietet es. Trink in der Kälte draußen keinen Alkohol, denn er vermittelt ein falsches Gefühl von Wärme.

Einreise und Visum

Die Antarktis hat keine Grenzkontrollen und keine Visa, aber sie unterliegt dem Antarktis-Vertrag, und Besuche südlich von 60° südlicher Breite brauchen die Genehmigung eines Vertragsstaats. Reiseveranstalter und Kreuzfahrtgesellschaften besorgen diese Genehmigung normalerweise für ihre Gäste: Lass es dir von deinem Anbieter vor der Reise bestätigen. Unabhängige Expeditionen müssen sie selbst beantragen, Monate im Voraus (Wikivoyage empfiehlt sechs), bei der zuständigen Behörde ihres eigenen Landes; Kanadier etwa wenden sich an Environment Canada. Außerdem brauchst du Reisepässe und Visa für die Länder, durch die du unterwegs kommst, etwa Argentinien, Chile oder Neuseeland: Prüf deren Einreisebestimmungen vor der Buchung.

Gesundheit

Empfohlene ImpfungenStandardimpfungen, darunter Masern (MMR) und die jährliche Grippeimpfung, COVID-19, Hepatitis B (von Kanada für alle Reisenden empfohlen), Weitere Impfungen je nach den Ländern, durch die du reist

Auf den Schiffen leben Menschen aus aller Welt auf engem Raum, was das Risiko für Grippe, Masern und andere von Mensch zu Mensch übertragene Infektionen erhöht; auch Noroviren können sich an Bord ausbreiten. Kälte, Wind und starke Sonne bergen das Risiko von Erfrierungen, Austrocknung und Augenschäden: Nimm richtige Polarkleidung, eine Sonnenbrille und Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor mit. Du solltest gesund und einigermaßen fit sein, und chronische Erkrankungen sollten gut eingestellt sein. Medizinische Hilfe ist weit weg: Ein Rücktransport kann Tage dauern und extrem teuer sein, schließ also eine Versicherung ab, die deine ganze Reiseroute abdeckt. Seekrankheit in der Drakestraße ist häufig.

Das sind allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung: Lass dich vor der Reise reisemedizinisch beraten.

Sicherheit

Die Gefahr in der Antarktis ist die Natur, nicht die Kriminalität. Das Wetter ist extrem und ändert sich schnell: Katabatische Winde an der Küste überschreiten oft 100 km/h, und Böen können 160 km/h erreichen. Es gibt keine Notrufnummer, kein öffentliches Telefonnetz und keine konsularische Vertretung, und eine Rettung kann lange dauern. Halt dich auf See bei schwerem Wetter immer mit einer Hand fest und bleib in deiner Kabine, wenn man es dir sagt; bei den Zodiac-Transfers folgst du genau den Anweisungen der Crew, denn im Wasser überlebt man nur sehr kurz. Halt an Land Abstand zu den Tieren: Seeleoparden greifen manchmal die Schwimmkörper kleiner Boote an.

Sitten und Gebräuche

Der ganze Kontinent ist nach dem Madrider Protokoll zum Antarktis-Vertrag ein geschütztes Naturreservat. Ohne Genehmigung darfst du keine Tiere stören, keine Pflanzen oder Tiere einführen, keinen Müll zurücklassen und keine besonders geschützten Gebiete betreten. Halt Abstand zu den Tieren und kreise sie nie ein, bleib bei den Pinguinkolonien hinter den Kegeln, bring jeden Fetzen Müll zurück aufs Schiff und befolge die Regeln zur Reinigung der Stiefel. Verantwortungsvolle Anbieter sind Mitglied der IAATO, der International Association of Antarctica Tour Operators, die Standards für die Besuche festlegt.

Packliste

  • Wasserdichte Kleidung für Polarbedingungen: Parka, wasserdichte Hose, Kapuze, Handschuhe und warme Unterwäsche; manches kannst du in Ushuaia leihen, aber die Größen sind begrenzt.
  • Wasserdichte Stiefel und viele Wollsocken: Nasse Anlandungen und lange, bewegungslose Fahrten im Zodiac; manche Anbieter stellen eine Standardausrüstung, frag also vorher nach.
  • Sonnenbrille und Sonnencreme mit LSF 40+: Von Eis und Schnee reflektiertes Sonnenlicht kann Augen und Haut schädigen.
  • Mittel gegen Seekrankheit: Die Drakestraße ist oft sehr rau.
  • Reise- und Krankenversicherung: Ein Rücktransport kann Tage dauern und ein Vermögen kosten.

Auf einen Blick

Länderinfos

Einwohner4.400 (2009)
Fläche14.000.000 km²
ZeitzoneAntarctica/McMurdo (UTC+13), Antarctica/Casey (UTC+8), Antarctica/Davis (UTC+7), Antarctica/DumontDUrville (UTC+10), Antarctica/Mawson (UTC+5), Antarctica/Palmer (UTC-3), Antarctica/Rothera (UTC-3), Antarctica/Syowa (UTC+3), Antarctica/Troll (UTC+0), Antarctica/Vostok (UTC+5)
Landesvorwahl+672

Internet und Telefon

SIM und eSIMNur wenige Stationen haben Mobilfunkempfang; anderswo funktionieren nur Satellitentelefone, im Landesinneren nur Iridium.
WLANDas gesamte Internet läuft über Satellit, mit wenig Bandbreite und hoher Latenz: Fotos lassen sich hochladen, Videoanrufe und Streaming funktionieren nicht.

Häufige Fragen

Wann kann ich die Antarktis besuchen?

Nur im Südsommer, von November bis Februar. Im Winter, wenn der Kontinent wenig oder gar kein Sonnenlicht bekommt, gibt es keine organisierten Reisen.

Brauche ich ein Visum für die Antarktis?

Kein Visum, aber Besuche brauchen die Genehmigung eines Vertragsstaats des Antarktis-Vertrags; meist kümmern sich die Reiseveranstalter darum. Für die Transitländer brauchst du aber die richtigen Dokumente.

Wie kommen die meisten in die Antarktis?

Mit einem Expeditionsschiff, meist ab Ushuaia in Argentinien, oder mit einer Fly-Cruise von Punta Arenas nach King George Island.

Wo übernachtet man in der Antarktis?

Auf deinem Schiff. Es gibt keine Hotels, und die Forschungsstationen nehmen keine Touristen auf.

Wie kalt ist es in der Antarktis?

An der Küste im Hochsommer etwa -2 °C bis 4 °C, auf der Halbinsel manchmal wärmer. Im Landesinneren ist es viel kälter.

Welche Impfungen brauche ich für die Antarktis?

Halte Standardimpfungen, Grippe- und COVID-19-Impfung auf dem neuesten Stand, wie es die CDC empfehlen; weitere Impfungen hängen von den Ländern ab, durch die du reist.

Quellen Dieser Reiseführer wurde zuletzt am geprüft · 6 Quellen
  1. Wikivoyage: Antarctica · Überblick, Sehenswerte Orte, Aktivitäten, Unterwegs vor Ort, Unterkunft, Essen und Trinken, Einreise und Visum, Gesundheit, Sicherheit, Sitten und Gebräuche, Packliste, Internet und Telefon, Häufige Fragen
  2. Government of Canada: Antarctica travel advice (updated 27 April 2026) · Überblick, Unterwegs vor Ort, Unterkunft, Einreise und Visum, Gesundheit, Sicherheit, Sitten und Gebräuche, Packliste, Internet und Telefon, Häufige Fragen
  3. CDC Travelers' Health: Antarctica · Gesundheit, Häufige Fragen
  4. US Department of State: Antarctica travel advisory · Sicherheit
  5. Wikidata · Länderinfos
  6. IANA Time Zone Database, zone.tab · Länderinfos

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